Polyurethan-Injektion im Mauerwerk
🧱 Über die Methode
Die Polyurethan-Injektion ist eine äußerst zuverlässige Methode der Sanierung feuchten Mauerwerks zur Beseitigung lokaler Wassereintritte und des Eindringens von unter Druck stehendem Wasser durch Bauteile in unterirdische Bereiche von Gebäuden. In Fällen, in denen es um das lokale Eindringen von Druckwasser durch Beton- oder auch andere Konstruktionen geht, ist die chemische Druckinjektion sehr zuverlässig: Dabei wird ein injizierbares Polyurethanharz mit schneller oder langsamer Schaumbildung eingesetzt, das – abhängig von Feuchtigkeit bzw. fließendem Druckwasser – expandiert, sein Volumen um bis zu das 30-Fache vergrößert und dadurch Undichtigkeiten sowie Risse in Betonkonstruktionen und anderen Baustoffen ausfüllt.
Nach Abschluss der chemischen Reaktion, nach dem Aushärten, unterliegt das Injektionsmaterial keinem Zerfall (keiner „Korrosion“) – auch nicht in dauerhaft feuchter Umgebung. Am häufigsten handelt es sich um Wassereintritte durch Risse in Stahlbetonkonstruktionen von Untergeschossen, wie Tiefgaragen, Tunneln, unterirdischen Gängen oder tiefer liegenden Gebäudeteilen, z. B. Revisionsschächten, Aufzugsschächten usw.
Die Polyurethan-Injektion ist nach unserer Erfahrung nicht geeignet, um eine Abdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit herzustellen, da Polyurethan aufgrund seines spezifischen „Airbag“-Effekts nicht in der Lage ist, in Poren und schon gar nicht in die feinsten Kapillaren des injizierten Mauerwerks einzudringen – im Gegensatz zur cremebasierten Injektion AquaStop Cream.
Der „Airbag“-Effekt, der für diese Polyurethan-Injektion so typisch ist, ist jedoch in den oben genannten und ähnlichen Fällen einzigartig vorteilhaft – etwa bei Undichtigkeiten an Fugen zwischen Bodenplatte und vertikaler Konstruktion, insbesondere bei Plattenbauten in Kellerräumen an sogenannten Bau-/Arbeitsfugen. Die Polyurethan-Injektion ist jedoch keinesfalls geeignet, um Dehnfugen abzudichten, also Bereiche zwischen sich bewegenden Bauteilen.
🛠️ Ausführung & technologischer Ablauf
Die Polyurethan-Injektion hat – im Gegensatz zu anderen Injektionsarten – keinen fest definierten Materialverbrauch, keine fest definierte Bohrtiefe und auch keine festen Achsabstände der Bohrungen, da sie zur Beseitigung lokaler Abdichtungsdefekte im Bereich der Bauwerksabdichtung eingesetzt wird. Für solche lokalen Defekte gibt es kein universelles Vorgehen.
Die Polyurethan-Injektion wird horizontal wie auch vertikal ausgeführt, in unterschiedlichen Neigungen der Bohrungen zur vertikalen Ebene des Bauteils, außerdem als schachbrettartige Bohrung, als sogenannte „Stich-/Nahtbohrung“ (insbesondere bei Rissen im Mauerwerk) sowie in weiteren Kombinationen.
Die Polyurethan-Injektion wird immer mit einer Druckpumpe über Injektoren (Packer mit Rückschlagventilen) durchgeführt, um den ansteigenden Druck im Mauerwerk (den Airbag-Effekt) aufrechtzuerhalten. Daher erfordert die Polyurethan-Injektion stets einen individuellen Ansatz und hängt von der Erfahrung des Injektionsunternehmens ab, das die geeignete Ausführungsweise wählen muss, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen.
Diese chemische Polyurethan-Injektion ist – im Gegensatz zur cremebasierten Injektion des Systems AquaStop Cream – nicht für die Ausführung in Eigenleistung geeignet, da spezielle Geräte erforderlich sind und der Ablauf nicht standardisiert, sondern projektbezogen ist.
🎥 Polyurethan-Injektion — Animationsvideo
📸 Praxisbeispiel zur Ungeeignetheit der PU-Injektion & Erklärung
Dieses Foto ist zur Veranschaulichung eingefügt: Es zeigt, wie Polyurethan nach der Injektion aus Undichtigkeiten an die Oberfläche gedrückt wurde und wie es aussieht. Im Grunde handelt es sich um eine poröse Schaumstruktur, wie Sie sie von Montageschaum kennen – mit dem Unterschied, dass sie in feuchter Umgebung nicht zerfällt.
Kann sich jemand vorstellen, dass eine sich ausdehnende, dichte Polyurethanmasse, die in Viskosität und Farbe an Honig erinnert und über Injektoren unter Druck in ein Bohrloch mit typischerweise 14 mm Durchmesser gepresst wird, innerhalb von wenigen Dutzend Sekunden in das sehr feine Kapillarsystem der Mauerwerksstruktur eindringt? Diese von mir gestellte – im Grunde rhetorische – Frage dient dazu, aufzuzeigen, dass dies physikalisch absurd ist.
Man muss sich bewusst machen, dass Feuchtigkeit über alle Poren und feinen Kapillaren aufsteigt, die dünner sind als ein menschliches Haar. Ist es also realistisch, dass eine Polyurethanmasse, die in sehr kurzer Zeit an Volumen zunimmt und bereits in ihrer primären Viskosität, also in erheblicher Dichte, beginnt, sich in porösen Schaum zu verwandeln, in das Kapillarsystem des Mauerwerks eingepresst werden könnte? Diese ebenfalls rhetorische Frage sollen sich ausführende Unternehmen beantworten, die diese Methode bis heute noch zur Verhinderung aufsteigender Feuchtigkeit im Mauerwerk oberhalb des Geländeniveaus anbieten.
Glücklicherweise sind solche Anwendungen gegen aufsteigende Feuchtigkeit nach der langfristigen Aufklärungsarbeit, die ich vor mehr als 10 Jahren begonnen habe, stark zurückgegangen. Dieses Foto habe ich am heutigen Tag im Internet als Präsentation einer Ausführung und damit als Angebot eines nicht näher genannten Unternehmens registriert.
Ich befürchte außerdem, dass es sich um einen nicht unterkellerten Grundriss handelt und die Höhen der Injektionslinien (3 Linienebenen) ein Höhenfehler sind, da die Bohrlinien sehr wahrscheinlich unterhalb des Fußbodens ausgeführt wurden. Selbst bei voller Funktion der nachträglich hergestellten horizontalen Feuchtigkeitssperre könnte es dann zu einer möglichen Feuchteüberbrückung aus dem durchfeuchteten Untergrund unter dem Fußboden oberhalb der Injektion von innen kommen.
Da jedoch inzwischen unbestreitbar belegt und nachgewiesen ist, dass die Injektionscreme aufgrund all ihrer Eigenschaften und des Wirkverlaufs die zuverlässigste und wirksamste Injektionstechnologie zur Verhinderung kapillar aufsteigender Feuchtigkeit ist, konnte ich mich dem Schreiben dieses Artikels nicht entziehen.
Zum Schluss möchte ich meine Aussagen mit einigen meiner persönlichen Erfahrungen von Baustellen untermauern, auf denen Polyurethan-Injektionen zur Verhinderung aufsteigender Feuchtigkeit durchgeführt wurden. Polyurethan-Injektionen gegen Feuchtigkeit wurden bereits Anfang der 1990er Jahre eingesetzt – und zwar sehr umfangreich. Dass die Ergebnisse äußerst gering waren, wurde mit der Zeit offensichtlich, doch die vollständige Gewissheit über meine Aussagen kam erst durch die Visualisierung des Mauerwerks.
Nach einigen Monaten wurde das sanierte Objekt fertiggestellt und es wurde entschieden, eine neue Wasserleitung einzuführen. Die Leitung sollte an der Stelle geführt werden, an der die Polyurethan-Injektion ausgeführt worden war – daher mussten Schlitze gestemmt werden. Nach dem Aufstemmen zeigte sich deutlich, wie und wohin sich das Polyurethan ausgebreitet hatte: Der Schaum füllte lediglich größere Hohlräume, nicht jedoch das Kapillarsystem des Mauerwerks.
Deshalb ist es für mich unverständlich, dass diese Methode vereinzelt noch immer in Angeboten von Firmen für Zwecke auftaucht, für die sie völlig ungeeignet ist – nämlich zur Verhinderung aufsteigender Feuchtigkeit im Mauerwerk.
WIRKSAMKEITSGARANTIE
